Zähneputzen bei Babys und Kleinkindern – so lassen sich Milchzähne pflegen

24 Sep 2017
Zähneputzen bei Babys und Kleinkindern – so lassen sich Milchzähne pflegen

Das weit verbreitete Denken, dass Milchzähne nur Platzhalter für die 2.Zähne sind und somit nicht weiter wichtig, ist grundsätzlich falsch. Das Milchgebiss hat viel mehr Aufgaben, als Platz zu machen und für schlaflose Nächte von Eltern und Kind zu sorgen. Daher ist es auch von großer Wichtigkeit, die Milchzähne genauso sorgfältig zu pflegen wie dann später die bleibenden Zähne. Mundgesundheit und -hygiene ist schon ab dem Babyalter wichtig und kann später einmal viel Schaden und Schmerzen ersparen.

Warum gibt es Milchzähne?

Natürlich haben sie auch eine Platzhalterfunktion, dürfen darauf aber nicht reduziert werden. Fallen sie frühzeitig aus, kann es durch schiefes Nachwachsen der 2. Zähne zu Fehlstellungen oder Platzmangel führen, was wiederum langwierige Korrekturen nach sich zieht.

Auch die Sprachentwicklung kann durch frühzeitigen Verlust beeinträchtigt werden. Durch eine Lücke im Oberkiefer z.B. kann es zu Lispeln kommen, da die Zunge zu viel Platz hat und die Laute nicht korrekt erlernt werden können. Das das dann später auch psychische Schäden verursachen kann, liegt auf der Hand.

Zuletzt geht es auch bei Kindern um das Aussehen: wenn ein Kind kariöse, teilweise fehlende Zähne hat, fällt das auch schon im Kindergarten auf. Nicht selten sind diese Kinder dann Ziel von Spöttereien.

Volkskrankheit Karies auch bereits bei Babys und Kleinkindern

Karies ist ein Bakterium, welches nicht automatisch im Körper ist sondern meist von der Mutter übertragen wird. Der Schnuller, der schnell in den Mund genommen wird oder der Löffel zum Vorkosten – schon werden die Kariesbakterien in Baby´s Mund übertragen.

Bakterienträger zu sein heißt aber nicht zwangsläufig, dass man auch an Karies erkranken muss. Zum Ausbruch der Krankheit kommt es erst bei mangelnder Hygiene und Pflege. Das Karies-Bakterium greift den Zahnschmelz an, weicht ihn auf und kann so in das Innere des Zahns gelangen, von wo aus es den Zahn dann langsam aber sicher zerstört.

Zähne putzen beginnt bereits bei den ersten Zähnen!

Für Kinder sollte die tägliche Zahnpflege etwas ganz Natürliches und fix im Tagesablauf integriert sein. Da Kinder am schnellsten über den Nachahmungseffekt lernen, sollten die Eltern mit gutem Beispiel vorangehen und selbst regelmäßig Zähneputzen.

Durch die natürliche Neugierde der Kinder greifen diese dann rasch und selbständig auch nach einer Zahnbürste oder wollen wissen, was genau Mami oder Papi da im Mund machen.
Sobald der erste Milchzahn vorhanden ist, kann man schon mit einer geeigneten Bürste und Zahncreme den Sprösslingen die richtige Zahnpflege spielerisch vermitteln.

Was die Ernährung mit Zahnpflege zu tun hat:

Was auch ganz essentiell ist, ist die richtige Ernährung von klein auf. Leider sind viele Lebensmittel, auch wenn sie noch so gesund sind, wie z.B Obst, zuckerhaltig. Zucker bildet im Mund Säuren, die den Zahnschmelz angreifen und ihn so leicher für Karies anfällig machen. Auch klebrige und säurehaltige Lebensmittel sind eine Gefahr.

Ein Kind völlig ohne Süssigkeiten aufzuziehen ist so gut wie unmöglich und auch nicht zielführend. Besser ist es, von allem Anfang den richtigen Umgang mit Süßigkeiten zu erlernen. Man einigt sich entweder auf gewisse Tageszeiten, wo Süßes erlaubt ist (z.B mittags, als Nachtisch) oder auf eine Tagesmenge.

Was absolut vermieden werden sollte ist das wahllose, unkontrollierte Naschen, welches nicht nur Zahn- sondern auch Gewichtsprobleme nach sich ziehen kann.

Das richtige Zähneputzen

Bis Kinder motorisch in der Lage sind, alleine korrekt ihre Zähne zu reinigen, dauert es einige Jahre. Bis dahin sollten die Eltern dabei helfen. Die KAI-Technik wird von den meisten Zahnärzten empfohlen:

    • Kauflächen zuerst,
    • danach die Aussenflächen kreisend und
    • zum Schluss die Innenflächen von unten nach oben putzen.
    • eine Frequenz von zwei mal täglich ist dabei ausreichend und realistisch.

Spezielle Kinderzahnbürsten mit ergonomisch geformten Griffen sowie eigene Kinderzahncremen sind wichtig, um den Kindern das Zähneputzen zu erleichtern und angenehm zu gestalten. Was man gerne macht, macht man regelmässig!
In den Zahncremen ist genug Fluorid enthalten um das Milchgebiss ausreichend zu versorgen, zusätzliche Tabletten sind nicht notwendig.

Und auch bei Kindern gilt: alle 6 Monate zur zahnärztlichen Kontrolle!

Milchzähne sind also nicht nur Lückenbüßer sondern die Grundlage für die weitere Zahngesundheit bis ins Alter. Was man in der Kindheit nicht oder falsch bei der Mundhygiene macht, kann leider weitreichende Folgen haben. Kariesbakterien sind zwar nicht mehr wegzubekommen, müssen aber nicht zwangsläufig zum Ausbruch der Erkrankung führen. Bei richtiger Pflege ein Leben lang hat Karies keine Chance.

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