Woher kommt das Kieferknacken beim Kauen

02 Dez 2017
Woher kommt das Kieferknacken beim Kauen

Jeder kennt den Spruch: „Man, da hab ich aber mal wieder ne Nuss zu knacken“. Und genau diese Nuss knacken viele Menschen im Schlaf und knirschen dabei auch noch zur Freude Ihres Bettnachbarn mit den Zähnen. Auf Stress reagieren nämlich viele Menschen nach dem Motto: „Zähne zusammenbeißen und durch“ und genau das führt zum Kieferknacken.

wie entsteht das Kieferknacken

In Bezug auf die Zähne kommt es durch das Knirschen zu Aufbissspuren mit Abnutzungserscheinungen an den Zähnen. Das Kiefergelenk knackt, weil die Knorpelscheibe zwischen Gelenkköpfchen und Gelenkgrube verrutscht. Häufig sind diese Symptomatiken mit Muskelschmerzen im Gesicht, am Hals sowie Kopf verbunden und können sogar Migräne und Tinitus auslösen.

Zähneknirschen (Bruxismus) in Kombination mit Gelenkknacken (Parafunktion) kann im Extremfall sogar zu verlängerten Apnoezeiten führen. Die Beschwerdekomplexität ist meist nicht mono- sondern multikausal. Wird der Fehlbiss nicht ausgeglichen durch das Kauorgan und erhöht sich auch nicht die Kaumuskelaktivität steht das Kiefergelenk nicht in der Normstellung und knackt.

Ursachen

Falsch angepasster Zahnersatz bei Prothesen oder Implantaten wodurch ein korrektes aufeinander Treffen der Zähne von Ober- und Unterkiefer verhindert wird. Psychische Probleme die zu multiplen Verspannungssymptomen führen. Doch auch Rheuma kann auf die Kiefergelenke übergreifen.

Therapiemöglichkeiten

Das eigentliche Zähneknirschen kann relativ leicht und mit guten Erfolgen mittels Knirschschiene beseitigt werden. Das Knacken des Kiefergelenkes hingegen aufgrund eines falschen Zusammenbisses von Ober- und Unterkiefer mit Abnutzung der Zahnränder ist schwerer zu regulieren.

Ist das Zähneknirschen auf Verspannungen physischer Genese zurückzuführen hilft oft Ostheopathie oder auch Kraniosakraltherapie. Bei psychischen Ursachen sollte eine Therapie gewählt werden, die hilft, grundlegende Probleme zu erkennen und zu lösen. Bei der Parafunktion kann ein so genanntes Biofeedback Abhilfe verschaffen. Dabei wird über eine Sonde am Kaumuskel die Muskelspannung gemessen und akustisch an die betroffene Person zurück gegeben. Der Patient bemerkt das Knirschen und soll ihn willentlich unterdrücken können. Eine weitere Möglichkeit bei dieser Symptomatik ist die Hypnotherapie. Es wird eine Verlagerung der Muskelanspannung in die Hand, also weg vom Kiefer, suggeriert. Posthypnotisch müssen diese Suggestionen gefestigt werden.

Somit ist abschießend festzustellen, dass eine interdisziplinäre Diagnostik durch HNO-Ärzte, Kieferorthopäden, Zahnärzten, Neurologen und evtl. sogar Schmerz- und Physiotherapeuten unerlässlich ist.

Auf Facebook posten

Ihre Meinung