Wie lässt sich eine Nagelbettentzündung behandeln?

30 Jul 2017
Wie lässt sich eine Nagelbettentzündung behandeln?

Die Nagelbettentzündung, auch Paronychie oder Umlauf genannt, ist eine Entzündung des Gewebes, das sich unter dem Finger- oder Zehennagel befindet. Der umgebende Nagelbereich kann ebenfalls betroffen sein.

Ursachen für eine Nagelbettentzündung

Die Ursachen für eine Nagelbettentzündung sind Bakterien oder Pilze, die durch Wunden unter dem Nagel und an seinen Rändern eindringen. Sie können entstehen durch:

  • zu kurz geschnittene Nägel
  • Schnittverletzungen
  • bei der Nagelpflege eingerissene Nagelhaut
  • eingewachsene Nägel
  • intensive Hautreizungen
  • häufige Berührung mit Reinigungsmitteln und Wasser
  • zu enges Schuhwerk

Auch Krankheiten können eine Nagelbettentzündung begünstigen. Dazu gehören:

  • Diabetes (führt oft zu chronischen Entzündungen)
  • Durchblutungsstörungen
  • Neurodermitis (führt oft zu chronischen Entzündungen)
  • Geschwächtes Immunsystem

Symptome bei einer Nagelbettentzündung

Zu den Anzeichen einer Nagelbettentzündung gehören:

  • Gerötete, druckempfindliche, warme Schwellungen
  • starke, klopfende Schmerzen
  • Eiterherde an den Seiten des Nagels und darunter
  • Bewegungseinschränkungen des betroffenen Fingers oder der Zehe

Wird die Entzündung nicht behandelt, kann sie sich ausbreiten und Knochen und Sehnen befallen. Der Nagel kann sich verformen oder lösen.

Medikamente und Salben für die Behanndlung

Befindet sich die Entzündung noch im Anfangsstadium, kann ein Betroffener sie oft selbst behandeln, etwa durch Bäder in warmem Wasser, das mit entzündungshemmender Seife, Salz oder Kamille versetzt ist, sowie mit rezeptfreien Medikamenten, die folgende Wirkstoffe enthalten:

  • Povidon-Jod
  • Naftifin
  • Nystatin
  • Benzethoniumchlorid + Harnstoff + Polidocanol
  • Ammoniumbituminosulfonat
Das eigenständige Aufschneiden der Entzündungsherde und der Kontakt mit Reinigungsmitteln sollte unterlassen werden.Falls die Beschwerden schlimmer werden, sollte ein Arzt aufgesucht werden, der in der Lage ist, Antibiotika und Antipilzmittel zu verschreiben, und den betroffenen Finger oder Zeh fachmännisch ruhig stellen kann.

Ist die Entzündung sehr schwerwierig, muss er operieren, wobei er die Haut über dem Entzündungsherd aufritzt und den Eiter abfließen lässt. Anschließend ist eine tägliche Reinigung der Wunde durch den Arzt anzuraten und der betroffene Finger oder Zeh sollte hoch gelagert werden.

Nagelbettentzündungen vorbeugen

Betroffene können einer Entzündung vorbeugen, indem sie bei rissiger Nagelhaut und trockener Umgebung fetthaltige Salbe auftragen, am besten mehrmals täglich und nach jedem Händewaschen. Außerdem sollte bei der Maniküre mit Vorsicht vorgegangen werden. Die Nagelhaut sollte nicht entfernt und Nagellack vermieden werden!

 

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