Sonnenschutz für Babys – Sonnencreme ist nicht alles

21 Jul 2017
Sonnenschutz für Babys – Sonnencreme ist nicht alles

Der Sommer ist da und man möchte gerne den Sonnenschein mit seinem Baby im Freien genießen. Hierbei sollte man aber verschiedene Punkte beachten. Die Babyhaut ist sehr empfindlich und hat noch keinen eigenen Hautschutz gegen UV-Strahlen entwickelt.

Vorsichtsmassnahme Nr.1: Sonnenbrand vermeiden

Erst ab dem zweiten Lebensjahr baut sich eine Art Hornschicht auf, die es den Kleinen ermöglicht, braun zu werden. Bei Babys ist diese jedoch nicht vorhanden und aus diesem Grund dürfen diese nicht mehr als 10-15 Minuten der prallen Sonne ausgesetzt werden. In der Mittagshitze, wo die Sonneneinstrahlung am stärksten ist, sollten sich die Kinder nur im Schatten oder idealerweise in geschlossenen Räumen aufhalten. Jedoch will man nicht den gesamten Sommer auf die Sonne verzichten und sich auch im Freien aufhalten. Um dies ihnen und ihren Kindern zu ermöglichen muss man auf eine angemessene Kleidung achten:

    • lange dünne Hosen und T-Shirts
    • Schuhe oder Socken
    • Sonnenbrille (je nachdem wie ihr das Baby mitmacht)
    • Sonnenhut

Vorsichtsmassnahme Nr.2: Sonnencremes für Babys und Kleinkinder häufiger auftragen

Sonnencreme Baby

© famveldman / fotolia.de

Zusätzlich kann man natürlich auch auf Sonnencremes zurückgreifen, wobei Hautexperten davon abraten, diese bei Babys unter einem Jahr anzuwenden.
Jedoch sollte man sich auch hier verschiedener Risiken bewusst sein. Babys verfügen über eine größere Hautfläche als Erwachsene und können dementsprechend mehr Chemikalien, die in den Cremes vorhanden sind, aufnehmen. Des Weiteren können Kleinkinder noch nicht richtig schwitzen, was es dem Körper nicht ausreichend ermöglicht sich abzukühlen. Sonnencremes können durch die aufgetragene Schicht das Schwitzen noch zusätzlich erschweren.

Möchte man trotzdem auf diese Schutzvariante zurückgreifen, sollte man vor der Anwendung die Verträglichkeit testen. Hierfür kann man auf einer kleinen Stelle etwas Creme auftragen und eine Reaktion abwarten. Im Falle von Rötungen sollte man gänzlich auf Sonnenschutzmittel verzichten oder auf sensitive Produkte zurückgreifen.

Körperstellen die nicht von Kleidungsstücken bedeckt werden, bedürfen Schutz. Hierzu gehören zum Beispiel Handrücken, Nacken und Gesicht.

Für einen idealen Schutz muss die Creme 30 Minuten vor Verlassen des Hauses aufgetragen werden. Des Weiteren sollte das Eincremen alle 2 Stunden oder nach dem Baden wiederholt werden.
Hierbei ist jedoch zu beachten, dass sich die Dauer der Schutzzeit mit dem auffrischen nicht verlängert.

Für die meisten Babys ist ein Lichtschutzfaktor von 30 ausreichend. Bei empfindlicher Haut sollte man auf Produkte mit LSF 50 zurückgreifen. Wenn das Kind baden geht, bieten sich wasserfeste Cremes an.

Filter bei Sunblockern berücksichtigen

Im Handel werden überwiegend zwei verschiedene Arten von Cremes angeboten.

    • Sonnenschutzmittel mit chemischen Filtern, welche in die oberen Hautschichten eindringen und die UV-Strahlen in Wärmeenergie umwandeln
    • Sonnencremes mit mineralischen Filtern (Titanoxid und Zinkoxid). Diese bilden eine Schutzschicht auf der Haut die dafür sorgt, dass einfallende UV-Strahlen reflektiert werden

Aufgrund der besseren Verträglichkeit sollte man auf Sunblocker mit mineralischen Filtern zurückgreifen, da bei chemischen Filter die Gefahr von Allergien besteht.

Folgende chemische Inhaltsstoffe stehen unter Verdacht, dass sie eine hormonelle Wirksamkeit entwickeln

    • Octocrylene
    • Ethylhexyl-Methoxycinnamate

Ebenfalls bei den als Konservierer angewandten Parabenen besteht die Gefahr, dass sie sich auf das Hormonsystem auswirken. Aus diesem Grund hat das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) den Vorschlag unterbreitet, verschiedene Parabene (z.Bsp. Propyl- und Butylparaben) nur eingeschränkt zu nutzen.

Des Weiteren sollte man auch auf diese Filter verzichten

    • Benzophenone-3
    • 4-Methylbenzylidene Camphor (MBC)
    • 3-Benzylidene Camphor.

Sonnencremes mit mineralischen Filtern oder hohen LSF haben jedoch den Nachteil, dass sie sich schwierig verteilen lassen. Alternativ bietet sich hierfür die Nutzung von Sprays oder Sonnenmilch an.

Sonnencreme, Sonnenmilch oder doch Spray?

Auf dem Markt werden zahlreiche Produkte in höher- und niedrigpreisigen Segmenten angeboten. Hierbei ist zu beachten, dass man für gute Cremes nicht immer viel zahlen muss. In verschiedenen Tests hat sich sogar herausgestellt, dass Produkte aus Discountern oder die Hausmarken von Drogerien häufig besser abschneiden als die teureren Cremes.

Folgende Marken haben bei Öko-Test (06/2015) überzeugt

Sehr gut
  • Alverde Sonnenmichel Kinder Sonnenbalsam LSF 30 von dm Drogeriemarkt
Gut
  • Bübchen Sensitive Sonnenlotion LSF 50+
  • Ladival Sonnenschutz Milch Für Kinder 50+
  • Lavera Sun Sensitiv Sonnencreme LSF 30
  • Elkos Sun Kids Sonnenspray Sensitiv 30
  • Eco Cosmetics Baby & Kids Sonnencreme LSF 50+

Zusätzlich zu ÖKO-Test hat idealo, anhand von Nutzerdaten, ebenfalls eine Übersicht über Sonnenschutzmittel erstellt und Produkteigenschaften mit Preisen gegenübergestellt.

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Sonnenbrand & Verbrennungen

Sollte sich ihr Kind trotzdem einen Sonnenbrand zugezogen haben, muss man in zwei verschiedene Arten unterscheiden, die unterschiedlich behandelt werden müssen:

Erster Grad – leichter Sonnenbrand

    • Saugfähiges Kleidungsstück in kaltes Wasser tauchen und auf die betroffene Stelle auflegen
    • Mehrfach am Tag wiederholen
      Oder
    • In lauwarmen Wasser baden – durch Zugabe von einem Teelöffel Backpulver verstärkt sich der kühlende Effekt

Zusätzlich schaffen Feuchtigkeitslotionen auf Wasserbasis Abhilfe. Bei den oben genannten Maßnahmen sollte man aber darauf achten, dass das Baby nicht friert

Zweiter Grad – Stärkerer Sonnenbrand mit Bläschenbildung auf den betroffenen Stellen

    • Kontaktieren sie den Kinderarzt!

Bei starken Verbrennungen kann es auch vorkommen, dass diese mit antiseptischen Cremes und Verbänden behandelt werden müssen. In schlimmeren Fällen ist eventuell auch ein Krankenhausaufenthalt notwendig.

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