Mangelerscheinungen bei veganer Ernährung – ernähren sich Veganer wirklich ungesund?

11 Mai 2017
Mangelerscheinungen bei veganer Ernährung – ernähren sich Veganer wirklich ungesund?

Stetig steigt die Zahl der Menschen, die sich gesund, aber auch vollwertig ernähren möchten. Aber welche Ernährung ist die Richtige? Das ständige Pro und Kontra führt zu Unsicherheiten und lässt so manche Ernährungsmöglichkeiten zweifelhaft erscheinen. Vegetarisch, kohlenhydratarm oder vegan? Wobei insbesondere einer veganen Ernährung begleitende Mangelerscheinungen nachgesagt werden.

Vegan leben, ein Trend mit Mangelerscheinungen?

Es steht fest, dass sich 6 Millionen Menschen in Deutschland fleischfrei ernähren. Kein Fleisch, keine Eier, kein Käse und auch keinen Honig.

Befragte Personen, welche sich erst wenige Tage vegan ernähren, klagen selten über Beschwerden. Im Gegenteil, sie berichten, dass sie sich ausgesprochen gut fühlen und eine gewisse Ausgeglichenheit fühlen.

Wie erklären sich dann die vielen Bedenken über eine fehlende Zufuhr von wichtigen Mineralien und Vitaminen? Vielleicht hat der Körper auch in der anfänglichen veganen Phase noch genügend Vorräte gespeichert.
Das kann durchaus sein, denn unser Körper produziert immer soviel an Vitaminen und Mineralien wie ihm auch zugeführt werden. Erhält er zu viel von diesen Bausteinen, gewöhnt er sich daran und verlangt entsprechend danach.

Greift man auf ein Stück Fleisch zurück, führt man sich in kurzer Zeit und ohne viel Anstrengung das wichtige Vitamin B12 zu. Diese Form der Zufuhr entfällt bei der veganen Ernährung, denn pflanzliche Lebensmittel enthalten kein Vitamin B12. Aber es ist dennoch lebenswichtig.

Wie kann man diesem Mangel entgegen wirken?

Vitamin B12 und auch Vitamin D sind in der Tat“ Sorgenvitamine“ in der veganen Ernährung. Dennoch gelingt es, mit entsprechenden Nahrungsergänzungsmitteln oder beispielsweise mit einer B12 Kur (Vitasprint), den Mangel auszugleichen.

Neben Lebensmitteln wie Sauerkraut,gibt es auch einige Frühstückszerealien, welche mit Vitamin B12 angereichert sind. Auch ein Algensalat besitzt das wertvolle Vitamin und ist dazu noch ausgesprochen lecker.

Tageslicht versorgt den Körper mit Vitamin D. Dabei ist die Haut der wichtigste Energielieferant.

Als Lebensmittel um den Vitaminmangel zu bekämpfen, empfehlen sich:

  • verschieden Pilzsorten (Champignons, Pfiferlinge)
  • Avocado
  • Löwenzahn
  • Brennessel oder Brunnenkresse

Die Eisenwerte stabilisiert man mit:

  • Fruchtsäften
  • Cornflakes
  • Bierhefe
  • Haferflocken oder Brunnenkresse
  • rote Beete

Kalzium und Folat (wichtig für die Zellbildung)findet man in

  • grünem Blattgemüse
  • Getreide
  • Hülsenfrüchte
  • alziumreichem Mineralwasser

Die Genannten sind nur Bruchteile von vielen weiteren Nahrungsmitteln.

Essen worauf man Lust hat!

Gemüsekorb © monticellllo - Fotolia.com

Gemüsekorb © monticellllo – Fotolia.com

Mit einem gesunden Ernährungswissen erlebt man die vegane Ernährung als Inspiration. Oft sind es moralisch-ethische Beweggründe, die dazu führen, das Ernährungsverhalten umzustellen. Ernährungsphysiologische wertvolle Produkte erlauben ein gesundes und genussvolles Leben. Der sorgfältige Umgang mit Mensch und Natur und der Verzicht auf Problemrohstoffe sind hauptsächliche Kriterien.

Dank der Vielfalt von Produkten, welche mittlerweile zur Verfügung stehen, kann man essen, was das Herz begehrt.

  • Es ist also durchaus möglich vegan zu leben, wenn man darauf achtet, notwendige Anteile an Proteinen, Kohlenhydraten, Vitaminen und Mineralien sicherzustellen.

Die ADA (American Dietetic Association) ist die größte Organisation von Ernährungswissenschaftlern in den USA. Laut ihren Äußerungen sind gut geplante vegetarische Ernährungsformen während des gesamten Lebenszyklus geeignet – inklusive Schwangerschaft, Stillzeit, Säuglingsalter, Kindheit und Erwachsenenalter.

Auch Australien hat sich als Mitstreiter geöffnet und erkennt veganes Essen als gesunde Vollwertkost an. In Deutschland bleibt das positive Wirkungsfeld der veganen Ernährung ebenfalls nicht unberücksichtigt.

Im Mai 2013 erklärte Prof. Johannes Wechsler, Präsident des Bundesverbandes deutscher Ernährungsmediziner:

Es spricht also nichts dagegen sich vegan zu ernähren, wenn man auf eine ausgewogene Nährstoffzufuhr achtet. Die Menschen sind zudem selten übergewichtig, weniger krank und leiden kaum unter Zivilisationskrankheiten.

Ein abwechslungsreicher Speiseplan ist also Bedingung und das ist bei genauer Betrachtung gar nicht so schwer. Ist man sich allerdings nicht sicher, beispielsweise im Säuglingsalter, kann man auch auf hochwertige und fettfreie, nicht vegane Nahrungsmittel zurückgreifen.
Außerdem sollten zusätzlich ärztliche Kontrollen stattfinden. Das ist wichtig, denn man erfährt, ob über die gesamte Wachstumsphase und im hohen Alter der tatsächliche Bedarf gedeckt ist.

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