Kniearthrose – Symptome, Behandlung und Übungen gegen Knieschmerzen

11 Aug 2017
Kniearthrose – Symptome, Behandlung und Übungen gegen Knieschmerzen

Bei Arthrose handelt es sich um eine degenerative Erkrankung eines Gelenks. Betrifft dies das Kniegelenk, spricht man von Kniearthrose oder aber auch von Gonarthrose. Das Kniegelenk weist hierbei einen größeren Verschleiß auf als für das Alter des Patienten üblich wäre. Durch den mehr oder weniger schnell fortschreitenden Verschleiß des Gelenks wird der Knorpel im Inneren zerstört.

Symptome bei Gonarthrose

In der Regel geht der Gonarthrose ein symptomfreies Intervall voraus, der über längere Zeit andauern kann. In diesem Fall spricht man von einer versteckten oder stummen Arthrose. Erst wenn der Verschleiß des Knies fortschreitet und der Knorpel in Mitleidenschaft gezogen wird, treten diffuse Muskel- und Gelenkschmerzen auf.

    • Im weiteren Verlauf tritt ein Anlaufschmerz auf, der sich vor allem nach längerem Sitzen und während des morgendlichen Aufstehens bemerkbar macht, sich aber nach kurzer Zeit wieder legt.
    • Im späteren Verlauf treten Muskelverkürzungen und Belastungsschmerzen auf, die später in Ruheschmerzen gipfeln. In dieser manifesten Phase erleidet der Patient also auch bei keiner oder leichter Belastung deutlich wahrnehmbare Schmerzen, die die Lebensqualität stark einschränken können.
    • In der darauf folgenden aktivierten Phase ist ein Gelenkerguss ein typisches Symptom, der durch eine Schwellung zu Funktionsbeeinträchtigungen des Knies und starken Schmerzen führt. In dieser Phase befindet sich ein Entzündungsherd im Knie, der medikamentös behandelt werden muss.
Arthrose im Knie © joshya - Fotolia.com

Arthrose im Knie © joshya – Fotolia.com

Beschwerden durch die richtige Behandlung lindern

Gonarthrose gilt bis heute nicht als behandelbar, somit gibt es keine spezifische Therapie um das aktive Fortschreiten der Kniearthrose aufzuhalten. Wenn der Knorpel im Knie einmal abgenutzt ist, kann dieser nicht wieder künstlich aufgebaut werden. Somit zielen moderne Behandlungsmethoden lediglich darauf ab, Schmerzen zu lindern und gleichzeitig die Mobilität des Knies so weit wie möglich zu erhalten.

Je nach individuellen Symptomen wird die Behandlung auf den Patienten abgestimmt. Diese kann von einer Änderung der täglichen Lebensgewohnheiten, über die Gabe schmerstillender Medikamente, bis hin zu einem künstlichen Kniegelenk reichen.

Medikamentöse Ansätze bei Arthrose im Knie

Eine Reihe an Präparaten eignet sich für eine medikamentöse Behandlung von Kniearthrose, um Schmerzen zu lindern und die Funktion des Knies möglichst lang zu erhalten. Antirheumatika lindern den Schmerz und können entzündliche Prozesse im Inneren des Knies stoppen. Dazu gehören die nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR), zu denen Diclofenac, Ibuprofen und Acetylsalicylsäure zählen.

    • Steroidale Antirheumatika wie Prednisolon und Cortison werden häufig direkt in das Kniegelenk injiziert und sollen Entzündungen bei einer aktivierten Arthrose bekämpfen. Der Erguss, Schmerzen und der aktuelle Reizzustand werden somit gelindert.
    • Schmerzmittel wie Paracetamol sind rein auf die Bekämpfung der Schmerzen ausgelegt und können den Alltag des Patienten erleichtern.
    • Chondroprotektiva regen den Knorpelstoffwechsel an und unterstützen ihn.
    • Die zwei bekanntesten Chondroprotektiva sind Glucosamin und Hyaluronsäure. Glucosamin ist, gemeinsam mit Chondroitinsulfat ein Grundbaustoff für Knochen, Knorpel und Bindegewebe. Der Wirkstoff wird direkt in das Knie injiziert oder in Form von Tabletten eingenommen. Hyaluronsäure wird ins Knie gespritzt und soll den beschädigten Knorpel stabilisieren.

Mobilität durch Übungen steigern und Symptome der Kniearthrose lindern

Eine Vielzahl an Übungen kann ein betroffenes Knie entlasten und die Mobilität steigern. Der Grundsatz ist hierbei, dass das Knie bewegt werden soll, ohne dabei belastet zu werden.

Strikt zu vermeiden sind Sportarten bei denen Sprints und ein schnelles Abstoppen aus dem Lauf heraus üblich sind. Dazu gehören unter anderem Leichtathletik, Tennis und diverse Ballspiele wie Handball, Basketball und Fußball.

Zu den geeigneten Übungen zählen das einbeinige Fahrradfahren in der Luft, Wechselschritte im Sitzen und Entlastungspendeln. Während der ersten Übung wird die Rückenlage eingenommen, um anschließend mit einem Bein in der Luft Rad zu fahren. Hierbei wird der Fuß betont eingesetzt (siehe Link).

Die Wechselschritte im Sitz werden aufrecht auf einem Hocker sitzend ausgeführt, indem Ferse und Fußspitze abwechselnd den Boden antippen. Beim Entlastungspendeln pendeln die Unterschenkel vor und zurück, während der Patient aufrecht auf einem stabilen Tisch sitzt.

Hier können sie sich einige Übungen ansehen:

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1 Kommentar

  1. Mike F.
    Juni 9, 2015 at 7:24 pm

    Gemäss Spezialarzt und Fitness-Trainer: viele Bewegungen an verschiedenen Geräten um alle Muskeln zu erfassen. Gewicht der Person anpassen, eher tief. sicher nicht zu hoch, möglichst mehrmals wöchentlich. Anfangs unter den Augen eines gut ausgebildeten Instruktors.


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