Glutenunverträglichkeit – woran erkennt man eine Glutenintoleranz

15 Okt 2017
Glutenunverträglichkeit – woran erkennt man eine Glutenintoleranz

Immer mehr Menschen leiden an einer Glutenunverträglichkeit. Um aber sicher sein zu können, dass es sich wirklich um eine Intoleranz handelt und um die gesundheitlichen Auswirkungen zu mindern, sollte man sich etwas mit dem Thema beschäftigen.

Was sind Gluten und wo sind sie vorhanden?

Gluten, oder auch Klebereiweiß ist ein Sammelbegriff von unterschiedlichen Eiweißstoffen, also Proteinen. Diese kommen in den Samen von verschiedenen Getreidearten vor. So sind in Weizen, Roggen, Dinkel, Hartweizen und deren Produkte viel Gluten enthalten. Genau wie in den seltener verwendeten Getreidesorten Einkorn, Emmer und Kamut.

Einen niedrigeren Glutengehalt haben Hafer und Gerste. Glutenfrei hingegen sind unter anderem Mais, Reis und Hirse. Gluten wird als Speicherprotein für das Korn benötigt, da es während des Wachstums die Nährstoffe bereitstellt. Beim Backen sorgt es für den Zusammenhalt, daher auch der Name Klebereiweiß.

Bei Produkten aus glutenfreien Getreidearten muss bei der Herstellung daher ein anderes Bindemittel zugesetzt werden. Die Gluten sind unterteilt in die Gluteline und die Prolamine, die sich je nach Getreideart geringfügig in ihrem Aufbau unterscheiden.

Welche Symptome treten bei einer Glutenintoleranz auf und welche Folgen können entstehen?

Die Beschwerden sind sehr vielfältig. Das ist auch der Grund, warum eine Glutenunverträglichkeit so schwer diagnostiziert werden kann. Meist klagen Betroffene unter:

  • starken und wiederkehrenden Verdauungsbeschwerden,
  • Reizdamrbeschwerden
  • Blähbauch
  • Verstopfung oder Durchfall
  • Gewichtsverlust
Aber auch Gewichtszunahme kann bei einer Glutenunverträglichkeit vorkommen, da es im Körper nicht normal abgebaut werden kann. Oft treten aber auch starke Kopfschmerzen oder sogar wiederholte Migräneanfälle auf. Auch ständige Müdigkeit und die daraus resultierenden Konzentrationsschwierigkeiten können eine Folge von Glutenintoleranz sein.

In manchen Fällen kann es beim Nichterkennen oder jahrelangen falschen Diagnostizieren zu Depressionen kommen. Eine weitere Folge dieser Erkrankung kann eine Störung des Nervensystems zu Folge haben, die sich mit Taubheitsgefühlen oder Kribbeln in Armen und Beinen bemerkbar macht.

Wie kann man eine Glutenunverträglichkeit testen lassen?

Oft wird anstelle einer Glutensensitivität die Immunerkrankung Zöliakie diagnostiziert, bei der sich die Schleimhaut des Dünndarmes wegen dem Gluten entzünden kann. Die Symptome ähneln stark. Um eine Zöliakie oder eine Weizenallergie auszuschließen, werden bestimmte Tests durchgeführt. Wenn der Patient dann auf Lebensmittel mit Gluten verzichtet und sich dabei besser fühlt, hat er eine Glutenunverträglichkeit.

Welche Lebensmittel sind glutenfrei und worauf muss man bei der Ernährung achten?

glutenfreies Brot © Johanna Mühlbauer - Fotolia.com

glutenfreies Brot © Johanna Mühlbauer – Fotolia.com

Glutenfreie Lebensmittel müssen in Deutschland gekennzeichnet sein. Das Zeichen ist eine durchgestrichene Getreideähre in einem Kreis. Heute gibt es inzwischen eine große Anzahl von glutenfreien Lebensmitteln, die man im Internet, aber auch in immer mehr Geschäften erwerben kann.

Liste glutenfreier Lebensmittel:

  • Fleisch & Fisch
  • ungewürzte / unpanierte Fleisch- und Fischsorten
  • naturbelassene Meeresfrüchte
  • Fischkonserver, die im eigenen Öl eingelegt sind
  • Michprodukte
  • Buttermilch
  • H- und Frischmilch
  • Sauermilch
  • Kondensmilch, Sahne, Schmanf und Crème fraiche
  • Butter und Speisequark
  • naturbelassene Käsesorten (Emmentaler, Tilseter, Edamer, Camembert, Brie am Stück und Gouda)
  • Getreidesorten
  • Hirse, Mais, Polenta
  • Kastanien, Johanneskrautmehl
  • Sojamehl
  • Zuckerrübenkleie
  • Kichererbsen
  • Reismehl
  • Traubenkernmehl
  • Nudeln und andere Beilagen
  • Kartoffeln
  • Reis (naturbelassen), Reisnudeln
  • Maisnudeln, asiatische Glasnudeln
  • Gewürze
  • Salz
  • Tomatenmark
  • reine Gewürze wie Pfeffer, Paprika oder Kümmel)
  • Kräuter
  • Glutamat
  • Süssstoffe
  • Zucker
  • Traubenzucker ohne Zusatzstoffe
  • Marmelade, Honig
  • Dextose

Allerdings sollte man im Vorfeld genau abklären, ob es sich auch wirklich um eine Glutenunverträglichkeit handelt, denn Produkte ohne Gluten sind nicht automatisch gesünder.

Für gesunde Menschen kann sich eine unbegründete Umstellung sogar schädlich auswirken. Da Gluten ein Geschmacksträger ist und beim Backen außerdem die richtige Konsistenz fehlt, werden hier oft mehr Zucker, Fett oder andere Zusatzstoffe verwendet. Daher sollte man sich vor einer geplanten Umstellung von einem Arzt beraten und untersuchen lassen, um eventuelle Folgeschäden zu vermeiden.

Gluten ist in vielen Lebensmitteln versteckt, in denen es kaum vermutet wird. In fast allen Lebensmitteln, die weiterverarbeitet worden sind, kann es Gluten geben. Von daher ist es wichtig, sich professionell beraten zu lassen.

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